{"id":92,"date":"2014-06-17T22:24:09","date_gmt":"2014-06-17T20:24:09","guid":{"rendered":"http:\/\/robin-schicha.de\/?page_id=92"},"modified":"2015-03-28T01:22:16","modified_gmt":"2015-03-27T23:22:16","slug":"dat-is-duisburg","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/robin-schicha.de\/?page_id=92","title":{"rendered":"Dat is Duisburg"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Duisburger Innenstadt<\/strong><\/p>\n<p>Es ist schwer, etwas \u00fcber eine Stadt zu schreiben, ohne die Bewohner zu beleidigen, oder noch schlimmer, sie nicht zu beleidigen.<br \/>\nIch selbst sah Duisburg immer als meine Heimat an, obwohl ich in Essen geboren wurde. Ich bin also ein geb\u00fcrtiger Essener, kenne mich aber dort nur begrenzt aus, denn ich wohnte nur kurz da, ging jedoch dort noch zur Schule.<br \/>\nDie meisten St\u00e4dte haben irgendetwas Herausragendes, irgendwas Fremdartiges oder Exotisches, was als Wahrzeichen gilt \u2013 und h\u00e4ufig aus dem Ausland importiert wurde, wie z. B. die Freiheitsstatue in New York, die ein Geschenk aus Paris war.<br \/>\nAm besten ist es, wenn es auch noch schweineteuer ist!<br \/>\nSo schimpfen die einheimischen Duisburger meistens \u00fcber den \u201eGeldgeier\u201c, den Lebensretter-Brunnen, ein Wahrzeichen der Stadt, was einen gro\u00dfen Kranich darstellt, der von einer riesigen Frau fast zerdr\u00fcckt wird. Er steht in der Innenstadt und hat viel Geld gekostet, denn er stammt von der ber\u00fchmten K\u00fcnstlerin Niki de Saint Phalle. Leider kostet es auch viel Geld, diesen Brunnen ordentlich in Schuss zu halten!<br \/>\nDas ist besonders tragisch f\u00fcr eine Stadt, zu der viele \u00e4rmere Viertel z\u00e4hlen.<br \/>\nDa es hier keine Mauer wie in Berlin oder China gibt, h\u00e4lt sich der Tourismus in Duisburg in Grenzen. Eine Mauer ist ein Touristenschauer, sage ich immer!<br \/>\nIn der Duisburger Innenstadt gibt es groteskerweise sogar seit 2007 das Casino Duisburg im Citypalais, wo die Menschen sich der Illusion hingeben, schnell Geld zu gewinnen und nicht zu verlieren. Bekanntlich gewinnt man aber nur selten, damit die Spielbank auch genug verdient.<br \/>\nEmpfehlenswert ist die Bibliothek in der Innenstadt, eine der wenigen Orte, in denen der Besucher Ruhe und Abgeschiedenheit findet. Man k\u00f6nnte auch gut daraus ein japanisches Senn-Kloster machen!<br \/>\nIn der Innenstadt gibt es seit kurzem auch das Forum mit einer Riesenleiter aus Gold, die bis in den Himmel ragt. Dort findet man alles, was das Herz begehrt: Frittenbuden, Friseursalons, Kleiderkaufl\u00e4den, Musikgesch\u00e4fte und vieles mehr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Museen<\/strong><\/p>\n<p>Als aufstrebender K\u00fcnstler mit Schulerfahrung interessiert mich nat\u00fcrlich besonders das Museum K\u00fcppersm\u00fchle f\u00fcr Moderne Kunst, wo selbst Leonardo Da Vinci eines Besseren belehrt worden w\u00e4re.<br \/>\nAu\u00dferdem gibt es noch das Lehmbruck-Museum in der Innenstadt. Ich erinnere mich besonders gerne an diesen Ort, weil ich ihn fr\u00fcher bei einem Schulausflug besucht hatte. Besonders faszinierten mich die Maschinen von Jean Tinguely im Innenraum, die sich alle ineinander gedreht haben &#8211; aber leider dazu sehr viel Krach machten!<br \/>\nUrspr\u00fcnglich wollte ich noch das Atlantis Kindermuseum erw\u00e4hnen, was eigentlich sehr interessant war, jedoch 2007 einem Legoland Discovery Centre weichen musste. Zugegeben, das Legoland hat durchaus auch seinen Reiz! Ich habe mir beim ersten Besuch direkt eine ganze Packung Lego-Sturmtruppen andrehen lassen. Das ganze w\u00e4re ja ganz nett, wenn nur nicht die Preise so unversch\u00e4mt hoch w\u00e4ren!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der ber\u00fchmte Kommissar<\/strong><\/p>\n<p>Der ber\u00fchmteste Duisburger der Neuzeit ist zweifellos der proletenhafte Polizist Horst Schimanski aus der ARD Serie \u201eTatort\u201c. Obwohl dessen Schauspieler G\u00f6tz George eigentlich ein geb\u00fcrtiger Berliner ist, gelang es ihm mit dieser Rolle, Duisburg bekannt zu machen. Jeder Tatort eines stattgefundenen Mordes lieferte erstklassige Bilder exklusiv aus den Duisburger Vororten, auch wenn man G\u00f6tz George sp\u00e4ter vorgeworfen hatte, er h\u00e4tte nur in den schmutzigsten Gassen und H\u00f6fen gedreht. Tats\u00e4chlich konnten sich die Medien vor Begeisterung kaum halten: George verk\u00f6rperte von da an schlicht &#8222;den Duisburger&#8220; im Fernsehen!<br \/>\nDie Belobigungen f\u00fcr den Schauspieler nahmen kein Ende. Die &#8222;Frankfurter Allgemeine Zeitung&#8220; (FAZ) schrieb \u00fcber ihn: \u201eKraftmeier mit Herz\u201c; die &#8222;Welt&#8220; meinte \u201eEin Maulheld zwischen M\u00e4nnern und Miezen\u201c.<br \/>\nDie &#8222;Neue Ruhr Zeitung&#8220; (NRZ) forderte als erstes: \u201eWerft den Pr\u00fcgel-Kommissar aus dem Programm!\u201c Auch der Leiter der Duisburger Mordkommission bezweifelte seine Kompetenz: \u201eBei mir d\u00fcrfte dieser Mann nicht mal Fahrrad-Diebst\u00e4hle bearbeiten.\u201c<br \/>\nDank dieser Kritiken war es kein Wunder, dass die Rolle des Schimanski G\u00f6tz George zu gro\u00dfem Erfolg verhalf. Trotz des Erfolges hielten ihn aber auch viele Frauen schlicht f\u00fcr einen bl\u00f6den Macho!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der Botanische Garten am Kaiserberg<\/strong><\/p>\n<p>Gleich bei mir um die Ecke gibt es eine Attraktion, die ich eigentlich jedem weiterempfehlen w\u00fcrde, wenn nicht die Gefahr best\u00e4nde, dass jemand meine Adresse heraus bek\u00e4me.<br \/>\nIch bin eigentlich ein sehr geselliger Mensch, auch wenn das au\u00dfer mir niemand wirklich glaubt. Die meisten Bekannten denken, dass sie mir eine Freude bereiten, wenn sie mich mit ihren Kindern besuchen, die \u00e4hnliche soziale Probleme wie ich haben. Ich erwidere immer, dass ich mich noch mehr freuen w\u00fcrde, wenn man mich nicht unangek\u00fcndigt und \u2013 bitte &#8211; nicht zu h\u00e4ufig besuchen kommt, aber es hilft nichts! Schlie\u00dflich schmeckt eine Pizza auch nicht besser, wenn man sie zu h\u00e4ufiger serviert bekommt, nicht wahr?<br \/>\nUm auf den Botanischen Garten zur\u00fcckzukommen: Gleich bei mir um die Ecke gibt es ihn am Kaiserberg. Das ist ein Reservat, wo verschiedene Arten der Flora angebaut werden. Dort wachsen Kiefern und Tannen gleich neben Palmen und Kakteen, und es gibt sogar Venus-Fliegenfallen hinter Glas in der N\u00e4he eines Cafes. Die \u00d6ffnungszeiten reichen von 8 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit und sind daher auch f\u00fcr lichtscheue Vampire in Anspruch zu nehmen, denen ich bisher aber noch nicht begegnet bin.<br \/>\nDer Park ist wirklich nicht zu klein und besonders f\u00fcr \u00e4ltere Menschen eine Augenweide, weshalb viele Senioren ihn besuchen. Vielleicht liegt das an der stillen Atmosph\u00e4re und den h\u00fcbschen bl\u00fchenden Feldern, die mich ein wenig an gepflegte Gr\u00e4ber erinnern.<br \/>\nIn der N\u00e4he des Hintereingangs gibt es einen See, in dem im Fr\u00fchjahr Kaulquappen und Fr\u00f6sche leben. Leider sind diese putzigen kleinen Tiere Eigentum des Parks und d\u00fcrfen daher nicht mit nach Hause genommen werden, wie ich leider letztens einigen begeisterten kleinen Kindern mit Fischernetzen und Wassergl\u00e4sern klar machen musste.<br \/>\nGleich hinter dem Botanischen Garten befindet sich der Wald, wo der Naturfreund ungeniert im Winter Schlitten fahren kann, seinen Hund spazieren f\u00fchren und ansonsten auch im Sommer wunderbar spazierengehen kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Duisburger U-Bahn<\/strong><\/p>\n<p>Wer einen Film \u00fcber die wohl schmutzigsten und menschenunw\u00fcrdigsten Gebiete der Erde drehen m\u00fcsste, w\u00e4re bei den Duisburger Untergrundbahn-Haltestellen mehr als nur gut aufgehoben. Ich verkehre in der Regel nicht gerne an Orten, wo jugendliche Randalierer ihrer grotesken Lebensweise Ausdruck verleihen und das Rauchverbot nur auf den Schildern existiert. Doch es muss sein: Leider existieren gewisse Elite-Schulen f\u00fcr mich nur au\u00dferhalb Duisburgs und n\u00f6tigen mir daher das U-Bahnfahren ab.<br \/>\nEs ist wirklich schwer, \u00fcber den Bahnsteig zu gehen, ohne dass die paranoide Fantasie mit einem durchgeht. Jeder Schl\u00e4ger, jeder Macho, jeder R\u00fcpel kann direkt hinter einem lauern. Wenn ihr die unsch\u00f6nen Erfahrungen mit der heutigen Jugend &#8211; damit meine ich aber nicht alle \u2013 am U-Bahnhof vermeiden wollt, gebe ich euch hier drei \u00dcberlebensempfehlungen:<br \/>\nErstens besser gleich das Auto nehmen, oder zweitens auf den Boden gucken oder drittens einfach so tun, als w\u00e4re am Himmel ein interessanter Flugsaurier im Landeanflug, den nur ihr sehen k\u00f6nnt!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der Duisburger Hauptbahnhof<\/strong><\/p>\n<p>Der Duisburger Hauptbahnhof ist ganz besonders wichtig. Von hier aus kann der Reisende direkt in alle gro\u00dfen St\u00e4dte Deutschlands fahren, z.B. nach M\u00fcnchen, Hamburg oder Berlin.<br \/>\nDer Bahnhofsvorsteher ist der K\u00f6nig des Bahnhofs! Er allein regelt in seinem kleinen H\u00e4uschen den Zugverkehr und entscheidet dar\u00fcber, dass die Z\u00fcge nicht zusammenprallen. Lob bekommt er f\u00fcr seine wichtige Arbeit jedoch wenig, denn der Reisende begegnet ihm selten.<br \/>\nGrunds\u00e4tzlich sollte den Zugf\u00fchrern Respekt gezollt werden, da sie ihre Arbeit so lange durchhalten.<br \/>\nAm Bahnhof gibt es aber auch viele Jobs, die ganz besonders anstrengend sind: So kann hier als M\u00fcll-Entleerer, Automaten\u2013Auff\u00fcller oder Boden-Reiniger gearbeitet werden! Die Jugendlichen sind nat\u00fcrlich tatkr\u00e4ftig dabei, diese wichtigen Arbeitskr\u00e4fte zu erhalten und spucken alle paar Minuten auf den Boden, was sehr unappetittlich ist!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der Duisburger Zoo<\/strong><\/p>\n<p>Wer diesen Zoo noch nicht kennt, ist wohl gerade das erste Mal angereist! Diese Einrichtung ist wirklich sehr interessant, was der Besucher bereits von der Stra\u00dfe aus sehen kann. Das meine ich w\u00f6rtlich: Bereits von drau\u00dfen sieht der Besucher zwei Giraffenh\u00e4lse neugierig \u00fcber den Zaun sp\u00e4hen. Sie schauen, was denn die lustigen kleinen &#8222;S\u00e4ugetiere&#8220; da drau\u00dfen heute so treiben, die immer so daher sausen und hupen.<br \/>\nBesonders beliebt sind auch die Elefanten, selbst wenn diese oft nur herumstehen und eigentlich nichts tun.<br \/>\nMir fiel recht schnell auf, dass im Zoo offenbar die K\u00e4fige nach der Gr\u00f6\u00dfe und Beliebtheit ihrer Insassen variieren: Tiger, Elefanten und Braunb\u00e4ren bekamen jeweils ein einziges Gehege zugewiesen, wohingegen &#8222;niedliche&#8220; Tiere, wie Lemuren und Pinsel\u00e4ffchen sogar frei herumlaufen d\u00fcrfen. Nat\u00fcrlich sehe ich ein, dass harmlose Tiere mehr Freiheiten bekommen k\u00f6nnen als Raubtiere; aber Tiger sind nun mal sehr aktiv und m\u00fcssen eigentlich t\u00e4glich ihr gro\u00dfes Jagdgebiet durchstreifen k\u00f6nnen.<br \/>\nViele Gro\u00dfkatzen, die ich im Zoo hinter Gittern gesehen habe, gehen den ganzen Tag den selben Weg vor und zur\u00fcck, vor und zur\u00fcck. Dieser Hospitalismus erinnert mich an lebenslangen Hausarrest. Es ist zwar allgemein bekannt, dass diese Tiere mehr Platz br\u00e4uchten, aber richtig daf\u00fcr gek\u00e4mpft, wird eigentlich nicht.<br \/>\nAu\u00dferdem geht es dem Touristen \u2013 oder dem Hobby-Fotografen &#8211; doch eher darum, das Tier &#8222;im Kasten&#8220; zu haben, und nicht darum, ob es ihm auch gut geht. Leider gibt es f\u00fcr viele dieser Tiere gar keine Alternative mehr, weil ihr origin\u00e4rer Lebensraum ohnehin nicht mehr existiert.<br \/>\nAndere wiederum, wie der Koala, werden extra immer in schummriges Licht getaucht, damit sie aktiv sind, wenn die Besucher kommen. Ich selbst wei\u00df auch noch keine richtige L\u00f6sung f\u00fcr diese Probleme, da ja Koalas bei uns sonst gar nicht existieren k\u00f6nnen.<br \/>\nWir leben sonst hier in St\u00e4dten und D\u00f6rfern, die wenig Kontakt zur Tierwelt rundherum halten, von einigen Hunden, Katzen und Kleintieren mal ausgenommen.<br \/>\nDagegen erscheinen mir diese Zoo-Tiere wie Relikte aus der Vergangenheit, die nur noch als Medienattraktion dienen, frei von den eigentlichen tierischen Sorgen, t\u00e4glich Nahrung zu finden. So sind sie doch letztendlich abh\u00e4ngig von uns Menschen und werden ihren nat\u00fcrlichen Lebensraum wahrscheinlich niemals kennen lernen. Das macht mich manchmal sehr traurig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der Norden der Stadt<\/strong><\/p>\n<p>Die n\u00e4chtlichen Aktivit\u00e4ten und Diskotheken, wie der Delta Musik Park in Duisburg-Hamborn, lassen mich eher kalt. Ich bin kein Partyhengst, trinke keinen Alkohol &#8211; was manchmal echt schwer ist, vor anderen Jugendlichen zuzugeben &#8211; und bekomme von grellem Licht und DJ-Musik nur Kopf- und Ohrenschmerzen!<br \/>\nDeshalb kann ich keine Erfahrungen hierzu beisteuern!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Rhein-Ruhr-Schwimmbad<\/strong><\/p>\n<p>Stattdessen bevorzuge ich das Schwimmen. Das Rhein-Ruhr-Schwimmbad liegt in Hamborn. Es gibt dort mehrere verschiedene Becken. In einem gibt es warme Quellen und eine Wasserrutsche, in einem anderen Becken ein aufgeblasenes Krokodil, auf dem man sich wie auf einer Insel f\u00fchlt. Mein pers\u00f6nlicher Favorit ist der Wirbelstrom im zweiten Becken, wo ich mich immer im Kreise wirbeln lassen kann. Die Kinder dort sind meistens sehr freundlich und leihen einem auch vor\u00fcbergehend ihre Schwimmreifen oder die Gummiente aus. Die Duschen sind auch ganz in Ordnung, leider gibt es dort keinen Haken f\u00fcr das Handtuch. Nach dem Schwimmen gelangt man immer wieder schnell mit der Stra\u00dfenbahn zur\u00fcck zum Duisburger Hauptbahnhof.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Deutsche T\u00fcrken<\/strong><\/p>\n<p>Das Problem mit der Integration der Einwanderer besteht schon l\u00e4nger und ist auch heute noch in Duisburg, K\u00f6ln und Berlin ein gro\u00dfes Problem. Leider gibt es mehrere t\u00fcrkische Jugendliche, die in Deutschland geboren wurden, die aber eine stark idealisierte Vorstellung von ihrem t\u00fcrkischen Heimatland haben. So gelten bei ihnen Kopftuch, Macho-Gehabe und fehlende Deutschkenntnisse als besonders erw\u00fcnschte Eigenschaften. Es gibt jugendliche T\u00fcrken, die besuchen fast nur t\u00fcrkische L\u00e4den und Gesch\u00e4fte, reden fast ausschlie\u00dflich in \u201eihrer\u201c Sprache und lehnen alles Deutsche ab.<br \/>\nIronischerweise ist dieses Verhalten total unt\u00fcrkisch: Die T\u00fcrkei ist seit Mustafa Atat\u00fcrk ein aufgekl\u00e4rter und wissenschaftsorientierter Staat. Hier werden Staat und Religion auch im Alltag getrennt, und \u00f6ffentliche Kopft\u00fccher sind schon seit langem verboten.<br \/>\nNat\u00fcrlich muss ich gerechterweise anmerken, dass nicht alle Jugendlichen t\u00fcrkischer Herkunft so auffallend sind. Ich kenne auch viele nette und gebildete T\u00fcrken, mit denen ich befreundet bin.<br \/>\nSelbstverst\u00e4ndlich habe ich keine Vorurteile gegen\u00fcber Ausl\u00e4ndern. Meine Gro\u00dfeltern und Urgro\u00dfeltern m\u00fctterlicherseits kommen aus Polen, die anderen aus der Tschechien. Die Freundin meines Bruders ist Russin. Ich bewerte Menschen grunds\u00e4tzlich nur nach dem Charakter und nie nach ihrer Herkunft!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Merkez-Moschee<\/strong><\/p>\n<p>Bei einem Besuch mit meinem t\u00fcrkischen Kumpel Erkan in den landes\u00fcblichen Gottesh\u00e4usern erlebte ich einen nicht erwarteten gewaltigen Kulturschock: Die Merkez-Moschee besteht fast \u00fcberwiegend aus purem Gold!<br \/>\nW\u00e4hrend es in christlichen Kirchen Sitte ist, keine Kopfbedeckung zu tragen, m\u00fcssen in der Moschee die Schuhe ausgezogen werden. Alle Frauen tragen hier Kopft\u00fccher. Das war f\u00fcr mich ungewohnt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Flora und Fauna<\/strong><\/p>\n<p>Wer glaubt Duisburg sei nur h\u00e4sslich, grau und langweilig, der irrt sich gewaltig. Schon an der Duisburger Autobahn befinden sich viele verschiedene Arten von Baumriesen.<br \/>\nIm Fr\u00fchling quillt es fast an den Seiten \u00fcber vor gr\u00fcnen Bl\u00e4ttern. Den Wechsel der Bl\u00e4tter bemerke ich besonders dann, wenn ich zwei Wochen weg war und dann aus dem Urlaub nach Duisburg heimkehre. Da bl\u00fchen die Stra\u00dfen richtig auf!<br \/>\nDie Tierwelt tritt besonders in Form der massenhaften Stadttauben auf, die auch Felsentauben oder &#8222;Ratten der L\u00fcfte&#8220; genannt werden. Um in der Gro\u00dfstadt zu \u00fcberleben, sind sie asphaltgrau geworden. Wegen der unkontrollierbaren Population sind inzwischen auch Enten und Ratten in ihrem Bestand gef\u00e4hrdet \u2013 wobei letzteren nicht unbedingt nachgetrauert wird. Der Mensch ist eindeutig ein Kontrollfreak: Einerseits findet er majest\u00e4tische Gesch\u00f6pfe wie den Hirsch, den Wolf, L\u00f6wen, Tiger und Krokodile toll, andererseits kann und will er nichts dem Zufall \u00fcberlassen. Neu eingesiedelte Grauw\u00f6lfe werden schnell wieder dezimiert &#8211; auf gut deutsch: &#8222;abgeknallt&#8220; -, weil sie &#8211; was irgendwie logisch klingt &#8211; den Wildbestand gef\u00e4hrden, wodurch mehr W\u00e4lder wachsen.<br \/>\n<strong>Der Hafen<\/strong><\/p>\n<p>Der Duisburger Hafen als gr\u00f6\u00dfter Binnenhafen Europas ist absolut sehenswert! Jeder Tourist sollte eigentlich darum flehen, ihn sehen &#8211; ja betreten &#8211; zu d\u00fcrfen!<br \/>\nEs gibt am Hafen nicht nur verrostete alte Br\u00fccken, sondern auch verrostete alte Kutter. Und der Besucher sieht auch schicke neue auf hochglanzpolierte Schipper und Wellenreiter. Vom Ausflugsdampfer aus kann er am besten einen Blick auf diesen besonderen Ort erhaschen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Sechs-Seenplatte und die Regattabahn<\/strong><\/p>\n<p>Die Seen sind ein wunderbarer Ort zum Joggen. Einmal um die Regattabahn herumlaufen &#8211; und der Sportler f\u00fchlt sich richtig verausgabt und erfrischt! Au\u00dferdem gibt es am Ende als Belohnung eine gem\u00fctliche H\u00e4ngematte auf dem Spielplatz.<br \/>\nAuf der Regattabahn finden in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden Ruderwettbewerbe statt. Die Sportler sind dabei nicht selten auf Augenh\u00f6he mit den Joggern. Es macht Spa\u00df, zuzuschauen.<\/p>\n<p>Neben Joggen ist es auch m\u00f6glich, die Strecke um den See mit dem Fahrrad zur\u00fcckzulegen. Das sind sch\u00f6ne Radtouren!<br \/>\nIn der N\u00e4he der Joggingstrecke gibt es au\u00dferdem einen Flohmarkt, der allen m\u00f6glichen Plunder verkauft &#8211; angefangen von goldenen Bechern bis hin zu \u00dcberraschungseier-Spielfiguren.<br \/>\nAu\u00dferdem ist das Fu\u00dfball-Stadion nicht weit. Hier, liebe Sportfans, finden regelm\u00e4\u00dfig die MSV Fu\u00dfball-Heimspiele statt: &#8222;Zebrastreifen wei\u00df und blau!&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Nachwort<\/strong><\/p>\n<p>Ich kann meinen Heimatort Duisburg nur empfehlen, obwohl er \u00f6fters in den Medien untersch\u00e4tzt wird. Die Band &#8222;Die Bandbreite&#8220; brachte mit ihrem Song &#8222;Dat is Duisburg&#8220; die Stadt wieder etwas in den Blickwinkel der \u00d6ffentlichkeit.<br \/>\nAu\u00dferdem gibt es noch viele prominente Duisburger, die an dieser Stelle nicht zu kurz kommen sollen: die Fu\u00dfballspieler Helmut Rahn und Bernard Dietz, der Showmaster Wim Thoelke, der S\u00e4nger Rudolf Schock, der Fotograf Peter Lindbergh, der Fu\u00dfballtrainer Christoph Daum und der Industrielle August Thyssen.<br \/>\nUnd meine Wenigkeit empfiehlt Duisburg als attraktives Ausflugs- und Urlaubsziel!<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<br \/>\nAn dieser Stelle m\u00f6chte ich mich bei der Duisburger Band &#8222;Die Bandbreite&#8220; f\u00fcr ihren Duisburger Song &#8222;Dat is Duisburg&#8220; bedanken, der mich zu meinem Textbeitrag angeregt hatte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Duisburger Innenstadt Es ist schwer, etwas \u00fcber eine Stadt zu schreiben, ohne die Bewohner zu beleidigen, oder noch schlimmer, sie nicht zu beleidigen. 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