{"id":615,"date":"2014-07-03T21:09:46","date_gmt":"2014-07-03T19:09:46","guid":{"rendered":"http:\/\/robin-schicha.de\/?page_id=615"},"modified":"2017-12-26T13:51:48","modified_gmt":"2017-12-26T11:51:48","slug":"drei-gute-freunde","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/robin-schicha.de\/?page_id=615","title":{"rendered":"Drei gute Freunde"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Wie alles begann<\/strong><\/h2>\n<p>Es gab einmal drei junge M\u00e4nner, die waren die besten Freunde: Dominik, Torben und Hans. Ihre Freundschaft begann bereits in der Grundschule, als sie sich das erste Mal begegneten. Genau genommen bedeutete es, dass sich ausschlie\u00dflich Dominik und Torben gegenseitig erblickten, denn Hans hatte bisher noch nie seine beiden Freunde zu Gesicht bekommen. Hans war blind.<br \/>\nAuch die beiden anderen waren nicht gerade das, was man unter einen typischen Durchschnittssch\u00fcler verstehen w\u00fcrde: Torben war seit einem Unfall im Kindergarten an den Rollstuhl gefesselt, und Dominik war ziemlich exzentrisch und verhaltensauff\u00e4llig, was man in der Fachsprache heute auch als autistische St\u00f6rung bezeichnete.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/1Der-Blinde-N.jpg\" rel=\"lightbox-0\" data-imagelightbox=\"0\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-618\" src=\"http:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/1Der-Blinde-N.jpg\" alt=\"1Der-Blinde-N\" width=\"651\" height=\"496\" srcset=\"https:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/1Der-Blinde-N.jpg 651w, https:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/1Der-Blinde-N-300x228.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 651px) 100vw, 651px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Hans<\/strong><\/p>\n<p>Hans war ein eher unauff\u00e4lliger Typ: Er hatte immer eine schwarze Sonnenbrille auf, und war recht wortkarg. Am liebsten trug er schwarze Jacken, selbst im Sommer.<br \/>\nEr war eher still und zur\u00fcckhaltend, konnte aber manchmal auch etwas nervig sein, wenn er laufend nach der Uhrzeit fragte, was zu einer Art &#8222;Running Gag&#8220; wurde. Seine gr\u00f6\u00dfte Leidenschaft war die Musik, insbesondere St\u00fccke von Mozart und Beethoven. Er kannte sogar ganze Konzerte auswendig. Allerdings hatte er keinerlei Ambitionen, selbst Musikst\u00fccke zu komponieren.<br \/>\nHans hatte einen Blindenhund namens Freddy, der ihn leider \u00f6fters in Schwierigkeiten brachte, anstatt ihm das Leben zu erleichtern &#8211; was eigentlich der Sinn eines Blindenhundes ist. Seine Eltern hatten ihm das Tier &#8222;aufgedr\u00e4ngt&#8220;, wie er es nannte, wenn ihm der Cockerspaniel an schlechten Tagen zum Stolpern brachte, weil er ihm immer zwischen den Beinen herumlief.<br \/>\nEinmal erblickte Freddy im Sommer eine Scheibe Wurst auf der Fahrbahn und hechtete bei Rot \u00fcber die Kreuzung, sein Herrchen unfreiwillig im Schlepptau. H\u00e4tte Dominik seinen blinden Freund nicht das Leben gerettet, indem er ihn unsanft am Kragen packte, w\u00e4ren die beiden jetzt wohl ein toter Fleck auf der Fahrbahn!<br \/>\nDa Hans meistens anhand des Motorger\u00e4usches die Marke des Autos ermitteln konnte, bekam er gelegentlich den Spitznamen \u201eLauschohr\u201c aufgedr\u00fcckt. Er nahm es mit Humor. \u00dcberhaupt schien ihn so schnell nichts aus der Ruhe zu bringen. Er war irgendwie immer der coole und entspannteste in der Gruppe!<\/p>\n<h3><a href=\"http:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/2Torben-001-N.jpg\" rel=\"lightbox-1\" data-imagelightbox=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-620\" src=\"http:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/2Torben-001-N.jpg\" alt=\"2Torben 001-N\" width=\"610\" height=\"476\" srcset=\"https:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/2Torben-001-N.jpg 610w, https:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/2Torben-001-N-300x234.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 610px) 100vw, 610px\" \/><\/a><\/h3>\n<h3><strong>Torben<\/strong><\/h3>\n<p>Torben wiederum war ganz anders: Er war ein technisches Experte &#8211; ein &#8222;Genie&#8220;, wie er gerne betonte &#8211; und erweiterte laufend seinen Rollstuhl, den eigentlichen Funktionen der Fortbewegung zum Trotz, mit mehreren kleinen Erfindungen und Ausstattungen. Dazu geh\u00f6rten ein Schubantrieb mit Motor f\u00fcr gelegentliche Wettrennen &#8211; was Hans, der sehr sportlich war und oft dabei verlor, als unfair brandmarkte &#8211; und einen Halter f\u00fcr Essen und Getr\u00e4nke, was ihm den Spitznamen \u201eWandelnde Kiosk-Bude\u201c einbrachte. Obwohl er nicht laufen konnte, war er \u00fcberaschend schlank und mied fettiges Zeug wie Fastfood.<br \/>\nAu\u00dferdem versuchte er sich st\u00e4ndig als Spa\u00dfvogel und Witzbold. Leider waren seine Witze oft ungef\u00e4hr genauso komisch wie die Tatsache, dass Dominik ihn gelegentlich die Treppe hinauftragen musste, wenn der Fahrstuhl wieder einmal nicht funktionierte. Doch seinen etwas missratenen Sinn f\u00fcr Humor wurde ihm niemals krumm genommen. Zudem war er immer f\u00fcr eine \u00dcberraschung zu haben.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/3Der-Autist-N.jpg\" rel=\"lightbox-2\" data-imagelightbox=\"2\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-622\" src=\"http:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/3Der-Autist-N.jpg\" alt=\"3Der-Autist-N\" width=\"636\" height=\"489\" srcset=\"https:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/3Der-Autist-N.jpg 636w, https:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/3Der-Autist-N-300x230.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 636px) 100vw, 636px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Dominik<\/strong><\/p>\n<p>Dominik, der j\u00fcngste in der Gruppe, war der belesenste von allen dreien. Jedes Buch, welches er in die Finger bekam, wurde augenblicklich von ihm verschlungen. Au\u00dferdem war er \u2013 trotz vieler Schicksalsschl\u00e4ge \u2013 ein ewiger Optimist und versuchte immer, dem gr\u00f6\u00dftem Pechtag etwas Positives abzugewinnen.<br \/>\nSeine Hauptschw\u00e4che beinhalteten eine \u00dcberempfindlichkeit bei L\u00e4rm mit entsprechenden \u00fcbertriebenen Reaktionen, h\u00e4ufiges In-die-Leere-Starren und unangemessenes Versinken in B\u00fccher &#8211; etwa bei seiner eigenen Geburtstagsfeier. Zudem war er die Naivit\u00e4t in Person, und Torbens Witze prallten alle v\u00f6llig wirkungslos an ihm ab.<br \/>\nDaneben war er die Sportskanone in der Gruppe und konnte stundenlang weite Strecken laufen, ohne aus der Puste zu kommen. Er trainierte auch gerne mit Hanteln und Gewichten.<br \/>\nLeider hatte er die schlechte und gutausgepr\u00e4gte F\u00e4higkeit, immer genau das Falsche im richtigen Moment zu tun. So meldete er sich einmal w\u00e4hrend einer Klassenarbeit, als Torben versuchte, bei ihm abzugucken und meinte, er sei jetzt schon fertig und wolle abgeben.<br \/>\nAu\u00dferdem hattte er den Hang, andere Mitsch\u00fclern zu verpetzen, obwohl er ihnen eigentlich nur helfen wollte, auf dem rechten Pfad zu bleiben. Auch redete er h\u00e4ufig Dinge vor sich hin, die die anderen als Unsinn betitelten. Daraufhin bekam er den Spitznamen \u201ePlappermaul\u201c verpasst. Aber das bereitete ihm keine Sorgen, zumal er plappern als keine schlechte Eigenschaft einsch\u00e4tzte.<br \/>\nEr wurde oft wegen seiner Zuverl\u00e4ssigkeit und St\u00e4rke als Hilfskraft oder Assistent benutzt, wenn Hans oder Torben in h\u00e4uslichen Situationen \u00fcberfordert waren und eine starke Hand brauchten. Daf\u00fcr sch\u00fctzten sie ihn, wenn er sich selbst bei anderen Leuten in Schwierigkeiten brachte.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/4Erster-Schultag-N.jpg\" rel=\"lightbox-3\" data-imagelightbox=\"3\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-625\" src=\"http:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/4Erster-Schultag-N.jpg\" alt=\"4Erster-Schultag-N\" width=\"649\" height=\"487\" srcset=\"https:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/4Erster-Schultag-N.jpg 649w, https:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/4Erster-Schultag-N-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 649px) 100vw, 649px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Echte Freundschaft<\/strong><\/p>\n<p>Aufgrund ihrer gegenseitigen Einschr\u00e4nkungen und \u00e4hnlichen Interessen verstanden sich die drei Freunde bereits seit dem ersten Kontakt so gut miteinander, dass sie sich in der ersten Schulstunde des ersten Schuljahres alle drei gemeinsam hinter einen Tisch quetschten, der eigentlich nur f\u00fcr zwei Mitsch\u00fcler zum Arbeiten gedacht war. Ihre gemeinsamen Treffen \u00e4nderten sich auch Jahre sp\u00e4ter nicht, als alle drei auf das st\u00e4dtische Gymnasium gingen und Teenager wurden.<br \/>\nW\u00e4hrend andere Jugendliche die N\u00e4chte in Discos tanzten und in Bars das Koma-Saufen als Sport einf\u00fchrten, trafen sich die drei Au\u00dfenseiter jeden Nachmittag nach der Schule im Park, um spazieren zu gehen und miteinander zu reden oder \u00e4hnliches zusammen zu unternehmen.<br \/>\nDa das Tanzen in der Disco sich nicht unbedingt gut mit Rollstuhlfahren und blindem Abtasten vertrug, waren Torben und Hans sehr erleichtert, als sie erfuhren, dass Dominik bei Lichtreflexen, hastigen Bewegungen, schummrigem Licht und lauter Discomusik starke Kreislaufprobleme und Kopfschmerzen bekam, sonst h\u00e4tten sie ihn in dieser Zeit wahrscheinlich nicht so h\u00e4ufig zu Gesicht bekommen.<br \/>\nAu\u00dferdem war Dominik als einziger in der Gruppe ein \u00fcberzeugter Abstinenzler und mied jede Form von Alkohol. Rauchen tat keiner von ihnen, daf\u00fcr hatten Torben und Dominik eine Schw\u00e4che f\u00fcr Videospiele. Wenn Dominik Anweisungen immer zu w\u00f6rtlich verstand, war Hans zur Stelle. Wenn Hans etwas Wichtiges nicht sehen konnte, beschrieb Torben es. Und wenn Torben in einer Situation angepackt werden musste, war Dominik zur Stelle. Ihre Beziehung war also sehr symbiotisch veranlagt und war f\u00fcr alle von Nutzen.<\/p>\n<p><strong>Berufsw\u00fcnsche<\/strong><\/p>\n<p>Als man sie in der Oberstufe des Gymnasiums zum Thema Berufsberatung eingehend befragte, mussten sie erst einmal einige neue Erfahrungen zum Thema Marktwirtschaft sammeln.<br \/>\nDominik wollte eigentlich immer gerne Polizist, Feuerwehrmann oder B\u00fcrgermeister werden, um die Welt zu verbessern. Da Dominik manchmal eine etwas blau\u00e4ugige Sicht auf die Welt um ihn herum hatte, war ihm die Tragweite dieser Entscheidung nicht wirklich bewusst. So entschied er sich dann lieber f\u00fcr den Beruf des Kunstmalers, da er ausgezeichnet zeichnen konnte. Er selbst sah sich zwar eher als Anf\u00e4nger in der hohen Kunst des Zeichnens und hoffte, so w\u00fcrde er schon irgendwie bezahlt werden. Dominik war wirkliche ein sehr bescheidener Jugendlicher und h\u00e4tte jede vorliegende Berufsstelle gew\u00e4hlt. Sein schlimmster Albtraum war es, wom\u00f6glich noch als Lehrer f\u00fcr Mathematik zu enden!<br \/>\nTorben dagegen schwebte mehr etwas in Richtung eines Rennfahrers oder Technikers vor. Der Wunsch, Fu\u00dfballspieler zu werden war ihm seltsamerweise noch nie in den Sinn gekommen. Schlie\u00dflich meinte er, Koch w\u00fcrde ihm eigentlich auch ganz gut gefallen. Tats\u00e4chlich kochte er schon seit der Grundschule sein Essen selbst und konnte wunderbar mit Gem\u00fcse und Bratw\u00fcrsten eine K\u00f6stlichkeit auf den Teller zaubern. Pers\u00f6nlich kr\u00e4nkte ihn dabei lediglich, dass Dominik immer sehr eigenwillig und etwas umst\u00e4ndlich mit dem Essen herumspielte, weil dieser leider nur etwa zehn Gerichte a\u00df.<br \/>\nHans bekam seine Frageb\u00f6gen in Blindenschrift vorgelegt und nahm sich viel Zeit zum \u00dcberlegen. Sein Wunsch war es schon immer gewesen, etwas f\u00fcr seine Mitmenschen zu tun. Er entschied sich zuletzt f\u00fcr den Beruf des Rechtsanwaltes. Ein Grund hierf\u00fcr war, dass Justitia, die G\u00f6ttin des Rechtes, bekanntlich auch blind war und ohne Blick aufs \u00e4u\u00dfere die S\u00fcnder bestrafte. Ein weitere Grund f\u00fcr die Berufswahl des Rechtsanwaltes bestand darin, dass sich Hans in der Rolle des Richters als Rechtssprecher unbehaglich f\u00fchlen w\u00fcrde. Er wollte lieber Angeklagte verteidigen als sie zu verurteilen, besonders wenn jemand wie Dominik jemals wegen irgendeiner Dusselei vor Gericht erscheinen m\u00fcsste.<\/p>\n<h2><strong>Studienzeit<\/strong><\/h2>\n<p>Schlie\u00dflich endete die Zeit auf dem Gymnasium mit der Abiturfeier, an der die drei Freunde sich vom Gymnasium verabschiedeten. Torben, Hans und Dominik waren inzwischen vollj\u00e4hrig und w\u00fcrden demn\u00e4chst verschiedene Wege gehen, da sie an der Universit\u00e4t unterschiedliche F\u00e4cher studieren wollten.<br \/>\nHans w\u00e4hlte Rechtswissenschaften und studierte im weit entfernten Marburg, Dominik studierte Bildende Kunst in seiner Heimatstadt, und Torben entschied sich nach langen \u00dcberlegungen f\u00fcr ein Ingenieurstudium in Aachen.<br \/>\nSomit trennten sich zum ersten Mal die Wege der drei, doch sie besuchten sich immer noch regelm\u00e4\u00dfig gegenseitig in den Semesterferien zu Hause. Dennoch bereitete diese erste gro\u00dfe Trennung den drei Freunden, welche bisher wie Pech und Schwefel zusammen geklebt hatten, sichtliche Probleme.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/6Kulturfest-N.jpg\" rel=\"lightbox-4\" data-imagelightbox=\"4\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-629\" src=\"http:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/6Kulturfest-N.jpg\" alt=\"6Kulturfest-N\" width=\"670\" height=\"477\" srcset=\"https:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/6Kulturfest-N.jpg 670w, https:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/6Kulturfest-N-300x213.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 670px) 100vw, 670px\" \/><\/a><\/p>\n<h2><strong>Die Erfolgswelle<\/strong><\/h2>\n<p>F\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter wurden die drei ehemaligen Au\u00dfenseiter pl\u00f6tzlich ber\u00fchmt!<br \/>\nTorben gewann bei den Paralympics der Rollstuhlfahrer zweimal die Goldmedaille.<br \/>\nDominik &#8211; der Autist &#8211; schrieb viele erfolgreiche Kinderb\u00fccher und Jugendliteratur, die ihm den Ruf eines Genies einbrachten &#8211; dabei war er immer ein schlechter Sch\u00fcler gewesen.<br \/>\nUnd Hans wurde &#8211; so unglaublich es klingt &#8211; ein weltber\u00fchmter Musiker und Gitarrist, der mit seinen Konzerten Millionen von weiblichen Fans in Ohnmacht fallen lie\u00df \u2013 ein Verhalten, das sowohl Hans als auch Dominik verwirrte.<br \/>\nBei einer Preisverleihung zum Thema \u201eGesellschaft und Kultur\u201c trafen die drei Freunde seit langer Zeit endlich wieder aufeinander. Sie waren gegenseitig sehr stolz auf sich, denn alle hatten w\u00e4hrend der vergangenen Jahre insgeheim die Bef\u00fcrchtung gequ\u00e4lt, dass die anderen beiden nicht so viel Gl\u00fcck wie sie gehabt h\u00e4tten oder sich gar charakterlich verwandelt h\u00e4tten.<br \/>\nDoch zur Erleichterung aller hatte sich niemand gro\u00df ver\u00e4ndert: Hans spielte immer noch den unnahbaren und coolen Einzelg\u00e4nger, Torben machte weiterhin schlechte Witze und bastelte an seinem allerneuesten Rollstuhl herum; und Dominik war vom Rampenlicht so aufgeregt, dass er um ein Haar fast vergessen h\u00e4tte, seine Auszeichnung entgegenzunehmen und gar nicht wusste, wie er sich offiziell bedanken sollte. Au\u00dferdem hatte er sich bei dem erneuten Treffen wieder in ein dickes Buch vergraben \u2013 genau wie in alten Zeiten.<\/p>\n<h2><strong>Die M\u00e4dchen<\/strong><\/h2>\n<p>W\u00e4hrend sie nun in aller Munde waren, \u00e4nderte sich auch ihre Haltung zum anderem Geschlecht drastisch. In ihrer Gymnasialzeit war Dominik meistens als &#8222;Dorftrottel&#8220; oder &#8222;Streber&#8220; verspottet worden, der immer in der Schule korrekt aufpasste und deshalb von seinen beiden Freunden verteidigt werden musste.<br \/>\nHans war hinter seinem R\u00fccken oft mit fiesen T\u00f6nen beleidigt worden, h\u00e4ufig auch von M\u00e4dels, was er ihnen nur schwer hatte verzeihen k\u00f6nnen. Stimmen konnte er n\u00e4mlich sehr gut auseinanderhalten und Beleidigungen waren leider schwer zu vergessen, wenn man die Welt nur durch Ger\u00e4usche und Ger\u00fcche wahrnimmt.<br \/>\nNur Torben war irgendwie immer derjenige von den Dreien gewesen, dem das Gl\u00fcck stets hold zu sein schien: Obwohl er selbst den M\u00e4dchen keine besseren Witze erz\u00e4hlte als seinen beiden Freunden, schienen sie ihn immer entweder zu bemuttern, zu bemitleiden oder zu bewundern, wie er denn mit seinem schwerem Schicksal zurechtk\u00e4me. Tats\u00e4chlich wurde er als Teenager oft von einer Clique schwatzender weiblicher Teenies begleitet. Dar\u00fcber wunderten sich seine Freunde immer sehr.<br \/>\nDominik, dem die nervigen M\u00e4dchen immer v\u00f6llig egal waren, st\u00f6rte dieser Umstand \u00fcberhaupt nicht. Aber Hans f\u00fchlte schon gelegentlich so etwas wie Neid, auch wenn er versuchte, es Torben gegen\u00fcber zu verbergen. Torben seinerseits machte oftmals Versuche, seine Freunde zu einer Verabredung mit einem M\u00e4dchen zu \u00fcberreden, aber diese waren einfach zu sch\u00fcchtern oder noch nicht bereit dazu.<\/p>\n<h2><strong>Erfolg bei Frauen<\/strong><\/h2>\n<p>Doch nun, da sie auf einmal erfolgreich waren, schienen sich fast alle Frauen pl\u00f6tzlich wie aus dem Nichts f\u00fcr sie zu interessieren und sich nach ihnen umzudrehen. Viele schickten ihnen sogar richtige aggressive Fan-Post, dass Hans das eine oder andere mal fast froh war, blind zu sein. Manche dieser Briefe klangen bereits in der Einleitung sehr hysterisch, und er wollte gar nicht so genau wissen, was noch danach in dem Brief folgte, den man ihm vorlas.<br \/>\nDominik wurde bereits kurz nach seiner Auszeichnung als erfolgreichster Jugendbuchautor von einer freundlichen jungen Schaffnerin im Zugabteil bedr\u00e4ngt, die versuchte, den armen Unwissenden in ein \u201ekleines Gespr\u00e4ch\u201c zu verwickeln. Er wurde von Hans aus seiner Not gerettet, der scheinbar \u201eversehentlich\u201c der Dame mit seinem wei\u00dfen Blindenstock hart vor die Zehen schlug und sie damit verscheuchte, w\u00e4hrend Torben sich \u00fcber die nachfolgenden Fl\u00fcche der humpelnden &#8222;Dame&#8220; am\u00fcsierte, welche sie w\u00fcst beschimpfte.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/8Hochzeit-N.jpg\" rel=\"lightbox-5\" data-imagelightbox=\"5\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-633\" src=\"http:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/8Hochzeit-N.jpg\" alt=\"8Hochzeit-N\" width=\"636\" height=\"475\" srcset=\"https:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/8Hochzeit-N.jpg 636w, https:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/8Hochzeit-N-300x224.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 636px) 100vw, 636px\" \/><\/a><\/p>\n<h2><strong>Die erste Hochzeit<\/strong><\/h2>\n<p>Doch irgendwann kommt nun einmal die Zeit, wo jeder junge Mann die Frau seines Lebens findet. Auch Hans, Torben und Dominik trafen bald die jeweils Richtige, und es dauerte nicht lange, bis endlich die ersten Hochzeitsglocken l\u00e4uteten:<br \/>\nHans heiratete als erster. Er ehelichte eine Frau mit Namen Julia, die eine eigene Theatergruppe leitete. Ihre Stimme war so warm, dass er sich sofort in diese Person verliebte, ohne zu wissen, dass sie auch optisch sehr sch\u00f6n war. Die Trauung fand in einer Kirche in Hamburg statt. Dominik war von dem Anblick der beeindruckenden Kirche, die mit goldenen Engelsfiguren reich best\u00fcckt war, so verz\u00fcckt, dass er fast vor Staunen verga\u00df, das Gotteshaus zu betreten. Torben musste ihn richtig wachr\u00fctteln und hineinzerren. Julia f\u00fchrte ihren Mann unter Freudentr\u00e4nen zum Altar. Nachdem das Paar die Ringe ausgetauscht hatte, brach Dominik vor lauter R\u00fchrung in Tr\u00e4nen aus, was ein wenig den Flair von Irritation bei Julias Freundinnen hervorrief.<\/p>\n<p><strong>Die zweite Hochzeit<\/strong><\/p>\n<p>Knapp sechs Monate sp\u00e4ter kam auch Torben an die Reihe: Er lernte eine kleine Frau namens Gilde kennen, die einen eigenen Rennmotorladen betrieb. Die beiden teilten ihre Leidenschaft f\u00fcr Getriebe und Maschinen. Das Paar w\u00e4hlte dieselbe Kirche, in der auch Hans sein Gl\u00fcck fand. Dieser hatte sich wieder in seinen alten Hochzeitsanzug gequetscht und filmte &#8211; obwohl er \u00fcberhaupt nichts sah &#8211; das ganze Schauspiel am Altar. Der Umstand, dass die Braut am Altar sich zu ihrem Zuk\u00fcnftigen im Rollstuhl herabbiegen musste, zeigte ein ungewohntes Bild im Gotteshaus.<br \/>\nWieder war es Dominik, der f\u00fcr Stimmung sorgte, weil er vor lauter Aufregung Hans jedes kleinste Detail lautstark beschrieb, was im Raum zu sehen war, darunter jeden kleinen Schritt, den die beiden da vorne vollzogen. Hans hatte sich lange nicht mehr so von seinem Freund genervt gef\u00fchlt!<\/p>\n<p><strong>Das Hochzeitschaos<\/strong><\/p>\n<p>Aber auch der sch\u00fcchterne Dominik fand schlussendlich sein Gl\u00fcck: eine junge irl\u00e4ndische Frau namens April, die ebenfalls eigene Kinderb\u00fccher ver\u00f6ffentlichte. Bei seiner eigenen Hochzeit legte Dominik wohl seinen gr\u00f6\u00dften Auftritt hin, weil er versehentlich viel zu sp\u00e4t am Schauplatz erschien:<br \/>\nEr hatte n\u00e4mlich einen Wagen gefahren, der ihm gar nicht geh\u00f6rte und war daraufhin von einer Verkehrskontrolle als Autodieb festgenommen worden. Irgendwie hatte er es aus lauter Nervosit\u00e4t geschafft, die T\u00fcr des Autos aufzubrechen, weil sein Schl\u00fcssel nicht passen wollte. Dieses Auto \u00e4hnelte fast seinem eigenen von der Farbe und dem Typ her.<br \/>\nAus diesen Gr\u00fcnden musste die geplante Verm\u00e4hlung erst einmal verschoben werden, w\u00e4hrend die beiden Freunde wirklich krampfhaft versuchten, lustige Miene zum traurigen Spiel zu machen, als Dominik ihren Trost brauchte. Auch versuchte man, die Braut aufzumuntern: Schlie\u00dflich hatte sie sich extra in ein ultrateures Brautkleid gezw\u00e4ngt. Aber sowohl dieses edle Spitzenkleid als auch der neue marineblaue Frack von Dominik hatten so Gelegenheit, an dem verschobenen neuen Hochzeitstermin erneut zur Geltung zu kommen!<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/10Drei-alte-Freunde-N1.jpg\" rel=\"lightbox-6\" data-imagelightbox=\"6\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-641\" src=\"http:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/10Drei-alte-Freunde-N1.jpg\" alt=\"10Drei-alte-Freunde-N\" width=\"665\" height=\"421\" srcset=\"https:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/10Drei-alte-Freunde-N1.jpg 665w, https:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/10Drei-alte-Freunde-N1-300x189.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 665px) 100vw, 665px\" \/><\/a><\/p>\n<h3><strong>Wie alles endete<\/strong><\/h3>\n<p>Und so lebten also die drei M\u00e4nner nun &#8211; gl\u00fccklich und zufrieden &#8211; mit ihren Angetrauten und der wachsenden Kinderschar in einer Nachbarschaft in ihrer alten Heimatstadt zusammen. Auch als die Kinder aus dem Haus waren, r\u00fcckten sie nur noch n\u00e4her zusammen. Sie wurden gemeinsam alt und blieben auch als Pension\u00e4re immer gastfreundlich und besuchten sich h\u00e4ufig an Feiertagen.<br \/>\nOft sah man die drei gemeinsam in einem Zimmer sitzen, alte Erinnerungen austauschen und \u00fcber die Missgeschicke und Abenteuer in der Vergangenheit schmunzeln. Indem Dominik sich in das Fotoalbum vertiefte, Hans seine Gitarre und alte Spielsachen streichelte und Torben &#8211; wie immer &#8211; an seinem neuesten Rollstuhl herumhantierte, lie\u00dfen die drei ihre Vergangenheit wieder aufleben.<br \/>\nSie waren und blieben ihr Leben lang die besten Freunde &#8211; eben Freunde f\u00fcrs Leben: Dominik, Torben und Hans!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie alles begann Es gab einmal drei junge M\u00e4nner, die waren die besten Freunde: Dominik, Torben und Hans. Ihre Freundschaft begann bereits in der Grundschule, als sie sich das erste Mal begegneten. 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