{"id":172,"date":"2014-06-18T17:33:47","date_gmt":"2014-06-18T15:33:47","guid":{"rendered":"http:\/\/robin-schicha.de\/?page_id=172"},"modified":"2017-12-26T13:51:56","modified_gmt":"2017-12-26T11:51:56","slug":"die-suche-nach-dem-gruenen-schatz","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/robin-schicha.de\/?page_id=172","title":{"rendered":"Die Suche nach dem gr\u00fcnen Schatz"},"content":{"rendered":"<h2><a href=\"http:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/1B\u00fccherei-N.jpg\" rel=\"lightbox-0\" data-imagelightbox=\"0\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-240\" src=\"http:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/1B\u00fccherei-N.jpg\" alt=\"1B\u00fccherei-N\" width=\"665\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/1B\u00fccherei-N.jpg 665w, https:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/1B\u00fccherei-N-300x216.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 665px) 100vw, 665px\" \/><\/a><\/h2>\n<h2><strong>1. In der B\u00fccherei<\/strong><\/h2>\n<p>Mein Name ist Robert Jung. Ich bin 18 Jahre alt und hatte bis zu jenem 8. Mai ein eher beschauliches Leben gef\u00fchrt. Eigentlich h\u00e4tte ich mir den Tag, an dem mein legend\u00e4res Abenteuer begonnen hatte, nicht im Kalender notiert, denn es war ein ganz normaler Tag gewesen, wenn man das Gro\u00dfstadtgew\u00fchl in meiner Heimatstadt Duisburg normal nennen kann.<\/p>\n<p>Ich befand mich in der Stadtb\u00fccherei, um einige l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llige B\u00fccher zur\u00fcckzubringen. In den stillen Reihen mit wertvollen B\u00fcchern stach mir nach kurzer Zeit ein gr\u00fcnes Buch mit goldenen Lettern ins Auge, das mitten zwischen rot-braunen B\u00e4nden \u00fcber historische Schlachten stand. Die giftige Farbe schien mich regelrecht anzuziehen, und so dauerte es nicht lange, bis das Buch aufgeschlagen vor mir auf einem Tisch lag.<\/p>\n<p>Es enthielt viele Zitate wie \u201eWer suchet, der findet\u201c oder \u201eMan ist nie so gl\u00fccklich noch so ungl\u00fccklich, wie man es sich einbildet\u201c. Das Buch trug den spannenden Titel &#8222;Der Gr\u00fcne Schatz&#8220;. Tats\u00e4chlich schien fast alles in diesem Band gr\u00fcn zu sein, angefangen von dem gr\u00fcnen Einband bis zu den gr\u00fcnen Bildern \u00fcber ferne L\u00e4nder. Dem Buch zufolge existierte der gr\u00fcne Schatz wahrhaftig, den man aber zuerst finden musste. Es gab einige vage Angaben \u00fcber den Verbleib dieses Geheimnisses, u.a. wurden Indien, China und Arabien genannt. Der Schatz bestand aber nicht aus Gold, dem heiligen Gral oder anderen materiellen Dingen, sondern er w\u00fcrde dem erfahrenen Sucher die wichtigste Wahrheit des Lebens offenbaren!<\/p>\n<p>Ich war fasziniert! Sogleich beschloss ich, das Buch auszuleihen und mich zu Hause weiter darin zu vertiefen. Zu meinem gro\u00dfen Erstaunen erfuhr ich an der Ausleihe, dass &#8222;Der Gr\u00fcne Schatz&#8220; gar nicht aus der Bibliothek stammte, denn das Buch war weder registriert noch jemals ausgeliehen worden. Die ungeduldige Frau meinte, ich sollte mein mitgebrachtes Buch schnell wieder einstecken. So verlie\u00df ich das Geb\u00e4ude mit diesem seltsamen Buch. Meine Ehrfurcht vor ihm war deutlich gewachsen! Diesem Geheimnis musste ich unbedingt auf die Spur kommen!<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/2Reise-N.jpg\" rel=\"lightbox-1\" data-imagelightbox=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-484\" src=\"http:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/2Reise-N.jpg\" alt=\"2Reise-N\" width=\"653\" height=\"490\" srcset=\"https:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/2Reise-N.jpg 700w, https:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/2Reise-N-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 653px) 100vw, 653px\" \/><\/a><\/p>\n<h2>2. Beginn der Reise<\/h2>\n<p>Zu Hause angekommen las ich das gr\u00fcne Buch sogleich durch. Mittlerweile war ich wild entschlossen, den gr\u00fcnen Schatz zu finden. Auf der beiliegenden Karte fiel mir als erstes Indien in einem hellen t\u00fcrkisgr\u00fcn auf. Deshalb begann ich, alles f\u00fcr meine gro\u00dfe Reise zu planen und packte zuerst mein Buschmesser ein.<\/p>\n<p>Dann fuhr ich zur n\u00e4chsten Tankstelle, wo ich mein Auto volltankte. Dort erkundigte ich mich freundlich, wie ich auf dem schnellsten Weg nach Indien k\u00e4me. Der Inhaber schaute mich etwas irritiert an und meinte, zur Nerven-Heil-Anstalt ginge es in die entgegengesetzte Richtung. Doch ich kannte niemanden in der Nerven-Heil-Anstalt und konnte daher nicht nachvollziehen, was ich an diesem Ort zu suchen hatte.<\/p>\n<p>Also ging ich ins n\u00e4chste Reiseb\u00fcro, wo ich erfuhr, dass eine Autofahrt nach Indien wohl mehrere Wochen bedeutete. Deshalb buchte ich ein Flugticket in die indische Stadt Mumbai. Mein Abenteuer konnte beginnen!<br \/>\nAm n\u00e4chsten Tag war alles zur Abreise bereit: Im Flieger schnallte ich mich an und musterte interessiert meine Mitreisenden. Viele von ihnen schienen Vortr\u00e4ge oder Arbeit mitzunehmen, was ich an ihren \u201eGesch\u00e4ftsmann-Kragen\u201c erkennen konnte. Au\u00dferdem bl\u00e4tterten einige nerv\u00f6s in ihren Mappen.<\/p>\n<p>Dann begann der Start: Ich erschrak, denn es war wie ein Riesenschub nach vorne, der lange andauerte. Um abzuheben musste ein Flugzeug zuerst schneller als ein Rennwagen fahren! Dann hoben wir ab, und ich erhielt von der netten Stewardess ein Kaugummi, damit ich das unangenehme Knacken in meinen Ohren loswerden konnte.<\/p>\n<p>Das Wetter drau\u00dfen ver\u00e4nderte sich rasch, denn ich konnte das Trommeln des Regens h\u00f6ren. Damit ich bei der wichtigen Suche nach dem gr\u00fcnen Schatz auch voller Kraft und Bewusstsein war, beschloss ich, den Flug als gute Gelegenheit f\u00fcr ein ausreichendes Nickerchen zu nutzen. G\u00e4hnend lehnte ich mich zur\u00fcck und schlief ein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/3Indien-N.jpg\" rel=\"lightbox-2\" data-imagelightbox=\"2\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-485\" src=\"http:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/3Indien-N.jpg\" alt=\"3Indien-N\" width=\"657\" height=\"493\" srcset=\"https:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/3Indien-N.jpg 700w, https:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/3Indien-N-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 657px) 100vw, 657px\" \/><\/a><\/p>\n<h2><strong>3. Indien<\/strong><\/h2>\n<p>Nach einigen Stunden wachte ich auf und war ich in der indischen Millionenstadt Mumbai, dem fr\u00fcheren Bombay, gelandet. Dort erlebte ich als erstes einen gewaltigen Kulturschock. Die Stra\u00dfen waren voller Menschenmassen, und ich hatte das Gef\u00fchl, dass mich alle Inder anstarrten. Ich sah an mir herunter und stellte fest, dass ich anders als die Einheimischen angezogen war. Das \u00e4nderte ich als erstes.<\/p>\n<p>Auf einmal sah ich einige Schlangenbeschw\u00f6rer, von denen mehrere mir und ihren gr\u00fcnen Schlangen durch ihr Gefiedel Kopfschmerzen bereiteten. Ich verstand nun, dass es wohl gut f\u00fcr die Schlangen war, dass sie von Natur aus keine Ohren besa\u00dfen.<\/p>\n<p>Sogleich fielen mir die vielen K\u00fche auf, die auf den Stra\u00dfen herumliefen. Dadurch wurde mir schnell bewusst, dass K\u00fche in Indien als heilig galten und deshalb weder geschlachtet noch verjagt werden durften. Cowboys scheinen hier also einen relativ schlechten Stand zu haben!<\/p>\n<p>Auf der Suche nach dem gr\u00fcnen Schatz betrachtete ich eingehend die indischen Gottheiten. Angefangen von der t\u00e4nzerisch begabten blauen Shiva &#8211; die leider kein gr\u00fcn enthielt &#8211; bis hin zu dem elefantenk\u00f6pfigen Ganesa und dem mehrh\u00e4ndigen, roth\u00e4utigen Schnurrbarttr\u00e4ger Agni sah ich leider \u00fcberhaupt keine gr\u00fcnen G\u00f6tter.<\/p>\n<p>Deshalb zog ich in den indischen Regenwald, wo ich graue indische Elefanten entdeckte, die dort zum gro\u00dfen Teil noch lebten. Gl\u00fccklicherweise gab es dort heute kaum mehr wildlebende Tiger und Raubtiere, und so konnte ich recht sicher durch die Gegend ziehen. Leider fand ich dort auch keinen gr\u00fcnen Schatz! So kam ich recht schnell zu dem Schluss, dass ich das gr\u00fcne Geheimnis hier wohl nicht aufdecken konnte.<\/p>\n<p>Beim Blick im mein mysteri\u00f6ses Buch wurde ich darin best\u00e4rkt, bald weiter zu reisen. Dort war eine kleine Landkarte beigef\u00fcgt, die in unterschiedlichen Gr\u00fcnt\u00f6nen eingef\u00e4rbt war: Indien war t\u00fcrkisgr\u00fcn, w\u00e4hrend viele arabische L\u00e4nder in froschgr\u00fcn eingef\u00e4rbt waren. Ich plante daher, gleich von hier aus weiter nach Arabien zu fliegen. Denn ich hatte ja die Mission, unbedingt das gr\u00fcne Gl\u00fcck zu finden, was mich schon etwas unruhig werden lie\u00df. M\u00f6gen die indischen G\u00f6tter mir beistehen!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/4Arabien-N.jpg\" rel=\"lightbox-3\" data-imagelightbox=\"3\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-486\" src=\"http:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/4Arabien-N.jpg\" alt=\"4Arabien-N\" width=\"657\" height=\"493\" srcset=\"https:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/4Arabien-N.jpg 700w, https:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/4Arabien-N-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 657px) 100vw, 657px\" \/><\/a><\/p>\n<h2><strong>4. Saudi-Arabien<\/strong><\/h2>\n<p>Die Reise nach Arabien sollte sich wesentlich komplizierter gestalten als die nach Indien. Zum einen waren die arabischen L\u00e4nder deutlich gr\u00f6\u00dfer als der kleine Wurmfortsatz Indien an Pakistan und Tibet. Ich musste mich auch f\u00fcr ein arabisches Land entscheiden! Da Saudi-Arabien das kr\u00e4ftigste Gr\u00fcn hatte, w\u00e4hlte ich dieses Land. Zum anderen sollte es in den arabischen L\u00e4ndern noch hei\u00dfer sein, und ich war ja nun ganz auf indische Kleidung spezialisiert.<\/p>\n<p>Nach meiner Ankunft in Riad in Saudi-Arabien kleidete ich mich zuerst wie die Einheimischen ein, Dann erkundigte ich mich sofort bei dem Verk\u00e4ufer nach der Farbe gr\u00fcn. Ich wurde dar\u00fcber informiert, dass gr\u00fcn im Islam eine wichtige Bedeutung hat, denn diese Farbe geh\u00f6rt zu Mohammed. Er selbst erkl\u00e4rte sie zu seiner Lieblingsfarbe. Deshalb trug er stets einen gr\u00fcnen Mantel und Turban. Mohammed soll mit einer gr\u00fcnen goldbestickten Fahne in den Krieg gezogen sein und so ganz Mekka erobert haben. Deshalb ist gr\u00fcn auch heute noch als Farbe in den Flaggen vieler arabischer Staaten zu finden.<\/p>\n<p>Daneben gilt gr\u00fcn auch als die lebensspendende Farbe aller W\u00fcstenv\u00f6lker, die darunter meistens Oasen verstehen, denn dort w\u00e4chst ja gr\u00fcne Natur. In einer Oase sah ich \u00fcberraschend viele Kamele. Man konnte sie sogar als Bratenfleisch beim Schlachter kaufen. Leider hatte ihre ungeheure N\u00fctzlichkeit ihnen keinen Schutz bei den Einheimischen eingebracht.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter erfuhr ich bei einer Tasse Tee von einem arabischen Gelehrten, dass gr\u00fcn als Symbol in der arabischen Welt noch \u00e4lter als Mohammed war. Der islamische Heilige al-Chadir &#8211; auch der gr\u00fcne Mann genannt &#8211; war eine Sagengestalt, die die Nomaden in der W\u00fcste zum Wasser gef\u00fchrt hatte. Nach der Sage wanderte al-Chadir durch das Reich der Finsternis, bis er zu einem hellen, wei\u00dfen Felsen kam, wo er die Quelle des Lebens erreichte. Nachdem er das kostbare Wasser getrunken hatte, wurde sein Gewand gr\u00fcn, und er erlangte Unsterblichkeit.<\/p>\n<p>Das war alles \u00e4u\u00dferst interessant, aber da Mohammed und al-Chadir mittlerweile verstorben waren, hatte ich die Gewissheit, dass ich jetzt den gr\u00fcnen Schatz hier nicht mehr finden w\u00fcrde, weshalb meine arabische Reise wohl schon zu Ende war.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/5\u00c4gypten-N.jpg\" rel=\"lightbox-4\" data-imagelightbox=\"4\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-487\" src=\"http:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/5\u00c4gypten-N.jpg\" alt=\"5\u00c4gypten-N\" width=\"656\" height=\"492\" srcset=\"https:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/5\u00c4gypten-N.jpg 700w, https:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/5\u00c4gypten-N-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 656px) 100vw, 656px\" \/><\/a><\/p>\n<h2><strong>5. \u00c4gypten<\/strong><\/h2>\n<p>Ich landete mit dem Flugzeug in Kairo. Der Flug dauerte nicht lange. Schnell erreichte ich \u00c4gypten, das Reich der Pharaonen mit dem Tal der K\u00f6nige! Die Pyramiden als Weltwunder waren nat\u00fcrlich auch in Deutschland hochgelobt. Seit Obelix fehlte der steinernen Sphinx angeblich immer noch die Nase, weil er unbedingt da hinauf klettern musste. Arch\u00e4ologen machen aber weiterhin allein den W\u00fcstensand daf\u00fcr verantwortlich.<\/p>\n<p>Hier recherchierte ich zun\u00e4chst nach dem gr\u00fcnen Smaragd, denn bereits im 13. Jahrhundert v. Chr. wurden diese Edelsteine in den \u00e4gyptischen Bergwerken gewonnen und als Modeschmuck getragen.<\/p>\n<p>Vielleicht tat es aber auch der gr\u00fcne Halbedelstein Malachit? Dieser wurde gemahlen und mit Eiwei\u00df, Akazienharz oder Feigenmilch &#8211; so genau hatte ich es nicht erfahren &#8211; verr\u00fchrt, bis eine smaragdgr\u00fcne Malfarbe oder auf deutsch &#8222;Schminke&#8220; entstand. Das diente schon den antiken \u00e4gyptischen Frauen zum F\u00e4rben ihrer Augenlider. Sie waren offenbar genauso eitel wie die heutigen Damen!<\/p>\n<p>Bei meiner Edelsteinsuche fand ich nicht den gr\u00fcnen Schatz. Wenn es diesen Schatz dort einmal gab, dann war er entweder schon entdeckt und daher gestohlen worden. Oder aber, er wurde bisher noch nicht entdeckt, und ich konnte deshalb auch nicht nach ihm fragen.<\/p>\n<p>Leider leuchtete auch der Skarab\u00e4usk\u00e4fer, der schon im \u00e4gyptischen Altertum sehr bekannt war, nicht in gr\u00fcn, sondern in violett. Das half mir also auch nicht weiter.<\/p>\n<p>Also suchte ich die gr\u00f6\u00dften Bauwerke \u00c4gyptens auf &#8211; die geheimnisvollen Pyramiden! War dort vielleicht der gr\u00fcne Schatz versteckt? Wenn ja, dann hatte ich gro\u00dfes Pech, denn leider wurden die Gr\u00e4ber fr\u00fcher oft gepl\u00fcndert. Und wenn der Schatz noch nicht von den weltbesten Arch\u00e4ologen entdeckt worden war, dann hatte ich sicher erst recht kein Gl\u00fcck dabei.<\/p>\n<p>Als ich daraufhin die Karte in dem gr\u00fcnen Buch nochmals studiert hatte, entdeckte ich, dass China olivgr\u00fcn eingezeichnet war. Ich musste mir also wieder ein neues Flugticket kaufen und woanders weiter suchen!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/6China-N.jpg\" rel=\"lightbox-5\" data-imagelightbox=\"5\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-488\" src=\"http:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/6China-N.jpg\" alt=\"6China-N\" width=\"655\" height=\"491\" srcset=\"https:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/6China-N.jpg 700w, https:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/6China-N-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 655px) 100vw, 655px\" \/><\/a><\/p>\n<h2><strong>6. China<\/strong><\/h2>\n<p>Mein Flugzeug brachte mich nach Peking, was auch Bejing genannt wurde.<\/p>\n<p>Bei meiner Einkleidung in die orts\u00fcbliche Tracht fragte ich zun\u00e4chst wieder nach gr\u00fcn, erfuhr dann aber als erstes die Bedeutung von rot: Anders als bei uns Christen wird rot in China nicht mit S\u00fcnde, Zorn oder Blut der M\u00e4rtyrer in Verbindung gebracht, sondern diese Farbe gilt hier als Symbol f\u00fcr Freude, Gl\u00fcck und ewigen Sommer. Rot wird daher gerne f\u00fcr Geschenkpapier verwendet, und fr\u00fcher wurde sogar in rot geheiratet. Doch auch hier tritt die Braut heute lieber in wei\u00df auf, was ich bedauerte, denn ich mag traditionelle Verm\u00e4hlungen.<\/p>\n<p>Bei meiner Suche nach dem gr\u00fcnen Schatz entdeckte ich viele gr\u00fcne Drachen, die in China als Symbol f\u00fcr Wissen und Weisheit galten, anders also als die giftgr\u00fcnen Drachen bei uns im Westen. Auf zeremoniellen Gew\u00e4ndern zeigte seine Farbe und die Anzahl der Klauen den Rang des Tr\u00e4gers an. Der gelbe Drache mit f\u00fcnf Klauen blieb ausschlie\u00dflich dem Kaiser selbst vorbehalten. Vielleicht war der goldene Drache deshalb so schlangenf\u00f6rmig verbogen, damit er an den gelben Fluss Asiens erinnerte? Der Drache symbolisierte n\u00e4mlich das Element Wasser.<\/p>\n<p>Ein weiser Chinese erkl\u00e4rte mir, dass es hier seit alters her die daoistische F\u00fcnf-Elemente-Lehre zur Naturbeschreibung gab, wobei gr\u00fcn meistens mit Holz in Verbindung gebracht wurde, gelb mit der Erde und blau mit Wasser. Das verwirrte mich nat\u00fcrlich, wenn man wie ich nur den gr\u00fcnen Schatz finden wollte und all die anderen Farben einem eher ziemlich egal waren.<\/p>\n<p>Doch vielleicht war das ja der Sinn hinter dieser Reise? Zu erkennen, dass gr\u00fcn ohne die anderen Farben gar nicht existieren konnte? Gr\u00fcn ist ja selbst eine Farbmischung aus gelb und blau. Schlie\u00dflich gab es auch in dem mysteri\u00f6sen Buch nicht das reine Gr\u00fcn, sondern es enthielt immer eine Vermischung mit anderen Farben.<\/p>\n<p>Der weise Chinese gab mir dann den abschlie\u00dfenden Rat: &#8222;Suche das gr\u00fcne Gl\u00fcck in deiner Heimat!&#8220;<\/p>\n<p>Also hatte ich auch hier wieder nicht den gr\u00fcnen Schatz gefunden! Ich gab auf und flog frustriert und mit einer Menge unbezahlter Reisekosten zur\u00fcck in meine Heimat nach Deutschland. Die Lehren des ehrenwerten Konfuzius sollen mich demn\u00e4chst sparsamer und umsichtiger machen!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/7Duisburg-N.jpg\" rel=\"lightbox-6\" data-imagelightbox=\"6\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-489\" src=\"http:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/7Duisburg-N.jpg\" alt=\"7Duisburg-N\" width=\"657\" height=\"481\" srcset=\"https:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/7Duisburg-N.jpg 689w, https:\/\/robin-schicha.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/7Duisburg-N-300x219.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 657px) 100vw, 657px\" \/><\/a><\/p>\n<h2>\n<strong>7. Wieder zu Hause in Duisburg<\/strong><\/h2>\n<p>Mittlerweile wusste ich nicht mehr weiter! Jetzt war ich nach Deutschland zur\u00fcckgekehrt und hatte immer noch keine Ahnung, wo sich der gr\u00fcne Schatz befand.<\/p>\n<p>Vielleicht sollte ich eine kleine Erholungstour durch die W\u00e4lder und Parks in meinem Heimatort Duisburg machen? Das konnte mich sicher auf andere Gedanken bringen! W\u00e4hrend ich durch die wundersch\u00f6ne Natur wanderte, im Stadtwald spazieren ging und durch den Botanischen Garten schlenderte, nahm ich von allen Seiten die bl\u00fchenden B\u00e4ume und Blumenfelder wahr. Da bemerkte ich es von \u00fcberall her: Gr\u00fcn, gr\u00fcn nichts als gr\u00fcn!<br \/>\nPl\u00f6tzlich kam mir die Erkenntnis: Man muss nicht erst um den halben Globus reisen, um die gr\u00fcne Weisheit zu finden! Sie war die ganze Zeit bei mir Zuhause gewesen! Warum war ich nicht schon fr\u00fcher darauf gekommen? Ich h\u00e4tte mir so vieles ersparen k\u00f6nnen!<\/p>\n<p>Aber auch wenn die weiten Reisen sehr anstrengend und die Fl\u00fcge sehr teuer waren, so hatte mir diese Suche doch etwas gebracht: Erfahrung und Ehrfurcht vor den fernen Wundern dieser Welt!<\/p>\n<p>Nachdem ich so viele Erkenntnisse gesammelt hatte, und nun endlich den gr\u00fcnen Schatz gefunden hatte, f\u00fchlte ich mich wirklich rundherum zufrieden und gl\u00fccklich!<\/p>\n<p>Ich betrachtete das Buch, das mich zu diesem Ort gef\u00fchrt hatte und beschloss, es hinter einem Busch zu verstecken. Vielleicht w\u00fcrde es irgendwann von einem anderen Abenteurer gefunden werden, der ebenfalls dem Ruf nach dem gr\u00fcnen Schatz folgen w\u00fcrde. Dabei kann er \u00e4hnliche Erfahrungen wie ich auf einer langen Reise machen und auch zur wahren Erkenntnis gelangen.<\/p>\n<p>Vielleicht bist du ja derjenige, der das Buch findet? Ich w\u00fcnsche dir viel Gl\u00fcck!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. In der B\u00fccherei Mein Name ist Robert Jung. Ich bin 18 Jahre alt und hatte bis zu jenem 8. Mai ein eher beschauliches Leben gef\u00fchrt. 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